Donnerstag, 8. August 2013

Sommertrainingsfahrt 2013

Unsere Sommerfahrt 2013 führte uns nach Caromb, an den Fuße des Mount Ventoux. Mit acht Athleten und vier Betreuern machten wir uns Ende Juli auf den Weg in den Süden. 
An acht Klettertagen, die von einem Ruhetag geteilt wurden, versuchten die Teilnehmer ihre Grenzen auszutesten und ihr Limit nach oben zu verschieben. Mit einem Blick in das prall gefüllte Routenbuch, in dem alle Begehungen festgehalten wurden, lässt sich erkennen, dass dies mehr als erfolgreich gelungen ist. Es wurden Touren bis 8a geklettert.


Insgesamt haben wir drei Klettergebiete rund um Venasque und Saint Léger besucht, sodass wir sehr viele Kletterstile, von lang und ausdauernd bis zu kurz und boulderlastig, testen konnten. Durch die große Vielfalt an schönen Routen konnten wir viele wertvolle Erfahrungen sammeln.

An den ersten beiden Tagen sind wir nach Venasque in den Sektor Quinsan gefahren. In diesem Sektor sind vor allem ein gutes Bewegungsgefühl und ein guter Überblick gefragt, denn man klettert häufig an runden Strukturen, an denen auf den ersten Blick die Griffe fehlten. Durch kurze und weniger anspruchsvolle Routen gewöhnten wir uns gut an den Felsen. In Quinsan ging es ausschließlich ums Flashen und Onsighten. Schon nach der kurzen Eingewöhnungsphase sah man, dass das Kletterniveau im Vergleich zur Trainingsfahrt im letzten Sommer deutlich gestiegen ist.

Nach zwei sehr heißen Tagen kam das Unvermeidliche: Gewitter. In der kommenden Nacht war an Schlaf nicht zu denken. Unter den Donnerschlägen vibrierte alles und man hatte wegen den Blitzen das Gefühl, in seinem Zelt ein Stroboskop zu haben. Unser Zeltplatz befand sich an einem Abhang und so strömte das Wasser unter unseren Zelten hindurch.

Am Morgen danach war aber alles vorbei und der Regen hatte auch etwas Positives: Es hatte sich auf (fast) erträgliche Temperaturen abgekühlt. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir in einem anderen Sektor von Venasque, in Place de l'Ascle.


Im Sektor Place de l'Ascle gibt es lange überhängende Routen mit relativ guten Griffen. Hier wurde man nicht für die Klettertechnik, sondern für's Durchhaltevermögen belohnt. In diesem Sektor wurden sich einige ihrem Ausdauerdefizit bewusst. Doch trotz der Hitze und dem kleinen Ausdauermangel konnten einige der dort schwersten Touren Top geklettert werden.

Nach vier anstrengenden Klettertagen hatten wir uns einen Ruhetag redlich verdient. Auf dem Programm standen eine Fahrt auf den Mount Ventoux und eine Wanderung durch einen Bach bei St. Léger.
Für den Weg zum Mt. Ventoux wählten wir die Fortbewegungsmittel, die für einen Ruhetag angemessen ist, das Auto. Auf der Fahrt begegneten wir einigen Fahrradfahrern, die sich mit beeindruckender Geschwindigkeit die steilen, von der Tour de France bekannten, Straßen hoch kämpften. Am Gipfel angekommen konnten wir den unglaublichen Ausblick genießen. Für eine kleine Abkühlung sorgte der Eisdielenbesuch in dem Örtchen Sault, der von einem großzügigen, anonymen Spender bezahlt wurde. Vielen Dank!


Die Bachwanderung war bei der Hitze eine weitere willkommene Erfrischung. Mal war das Wasser so tief, dass wir die Rucksäcke über unseren Köpfen tragen mussten, mal mussten wir Stromschnellen und kleine Wasserfälle bezwingen. Den Abend haben wir bei leckerem Essen auf dem Campingplatz ausklingen lassen.

Mit frischer Kraft und neuer Motivation sind wir nach dem Ruhetag zum ersten Mal nach St. Leger zum Sektor North Face gefahren. Dort gab es eine große Auswahl an schweren Touren, sodass sich jeder ein passendes Projekt suchen konnte. Statt runden Strukturen gibt es dort kleine scharfe Griffe und Sinter. Nach der anstrengenden Kletterei konnte man sich abends im Bach, der sich direkt unter dem Felsen befindet, abkühlen.  

Insgesamt war es eine sehr gelungene Trainingsfahrt, die in allen Aspekten unsere Erwartungen mehr als erfüllt hat.



Text von Philipp Wellmann und Lena Hoffmann
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